Skip to content

Netzentwicklungsplan 2030

Mögliche Einwendungen:

Die Trasse P44mod ist keine echte Alternative, da sie ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll ist. Sie ist 37 km länger als die Trasse P44. Der Landverbrauch ist dadurch wesentlich größer, die Kosten wesentlich höher.

Es ist unverantwortlich, dass eine neue Leitung direkt neben einer gerade fertig gestellten Leitung errichtet werden soll oder diese Leitung noch einmal abgerissen werden soll.

Durch die P44mod ergibt sich kein Ringschluss. Im Katastrophenfall wären beide Leitungen gleichzeitig betroffen. Zudem ist die Aufnahmekapazität des Umspannwerkes Redwitz erschöpft.

Das Projekt P44mod sowie event. weitere Projekte über das Gemeindegebiet Marktgraitz werden als untragbar abgelehnt. Die Gemeinde Marktgraitz hat schon mehr als einen ausreichenden Beitrag zur Energiewende geleistet
- durch den Neubau der 380 kV-Leitung von Altenfeld nach Redwitz
- durch die Verstärkung auf 380 kV der Leitung von Redwitz über Würgau nach Grafenrheinfeld
- durch den geplanten Ersatzneubau der 380 kV-Leitung von Redwitz nach Schwandorf (Ostbayernring)
- Ausbau der 380 kV-Leitung von Remptendorf nach Redwitz mit Hochtemperaturseilen zur Steigerung der Übertragungsfähigkeit von 2600 auf 3600 Ampere,
die alle in Sichtweite sind.

Weitere Leitungen beeinträchtigen erheblich das Orts- und Landschaftsbild, die Lebensqualität und somit die Schutzgüter Mensch, Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt, Boden und Landschaft. Der Neubau, ob als Freileitung oder Erdkabel, hätte weitere, erhebliche Beeinträchtigungen zur Folge und würde die Zerstörung der Landschaft weiter voran treiben.

Es wird befürchtet, dass diese Bündelung von Stromleitungen eine massive Beeinträchtigung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger durch elektromagnetische Felder zur Folge hat.

Weitere Erläuterungen:

Am 31.01.2017 haben die Netzbetreiber den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2030 ( www.netzentwicklungsplan.de ) und am 02.05.2017 den zweiten Entwurf bei der Bundesnetzagentur eingereicht.
Als Ersatz für den Neubau des Projekts P44 wird (wie im ursprünglichen Netzentwicklungsplan 2025) eine Netzverstärkung zwischen Altenfeld – Redwitz – Würgau - Ludersheim (genannt P44 mod) vorgeschlagen. Dies betrifft somit die kürzlich fertiggestellte 380-kV-Leitung von der thüringisch/bayerischen Grenze an Marktgraitz vorbei zum Umspannwerk Redwitz.

Da die derzeit errichteten Masten nicht ausreichen, um zwei zusätzliche Systeme aufzunehmen, müssten die Masten deshalb entweder abgebrochen und größer neu errichtet werden oder eine zweite Trasse wäre in einem Abstand von etwa 60 m neu zu bauen. Die Trasse ist 37 km länger als die Trasse P44.

Etliche Gemeinden aus den Landkreisen Coburg und Lichtenfels sowie die Landkreise selbst haben sich bereits 2015 gegen diese Vorhaben ausgesprochen. Die Bundestags- und Landtagsabgeordneten wurden eingeschaltet, diese lehnten das Projekt ebenfalls ab. Der Landrat hatte auch die Minister Söder und Huml schriftlich um Unterstützung gebeten. Am Sonntag, 22.11.2015, fand in Rödental eine Großdemonstration statt, die landesweit Beachtung fand. In den Rathäusern Redwitz und Marktgraitz sowie an den Weihnachtsmärkten in Redwitz und Marktgraitz lagen Unterschriftslisten auf. Insgesamt 746 Unterschriften konnten an die Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur weitergeleitet werden. Aber es ist wichtig, diesen Protest aufrecht zu erhalten.

Der Kreisausschuss des Landkreises Lichtenfels hatte am 21.10.2015 eine Resolution zum weiteren Ausbau des Stromnetzes beschlossen, die weiterhin uneingeschränkt ist und der sich die Gemeinden Redwitz a.d.Rodach und Marktgraitz angeschlossen haben:

„Resolution zum weiteren Ausbau des Stromnetzes im Landkreis Lichtenfels

1. Der Bau weiterer Stromtrassen durch den Landkreis Lichtenfels wird vollumfänglich abgelehnt.
Der Landkreis Lichtenfels ist bereits durch die 380 kV-Leitung von Altenfeld zum Umspannwerk Redwitz (kürzlich fertig gestellt), die 380 kV-Leitung vom Umspannwerk Redwitz über Würgau nach Grafenrheinfeld (am 02.06.2015 planfestgestellt) und den Ersatzneubau einer 380 kV-Leitung Redwitz - Schwandorf (Raumordnungsverfahren abgeschlossen) schon in erheblichem Maß von durch die Energiewende bedingten Baumaßnahmen betroffen.

Demnach durchziehen künftig 9 Überlandleitungen den Landkreis Lichtenfels:

• 110 kV-Leitung Redwitz – Oberwallenstadt – Ebensfeld
• 380 kV Leitung Altenfeld – Redwitz
• 380/110 kV Leitung Redwitz – Landesgrenze (Remptendorf)
• 380 kV Leitung Redwitz – Schwandorf
• 110 kV Leitung Redwitz – Friesen
• 110 kV Leitung Redwitz – Kulmbach
• 380 kV Leitung Redwitz – Würgau – Grafenrheinfeld
• 110 kV Leitung Ebensfeld – Ebern
• 110 kV Leitung Würgau – Kulmbach

Dazu kommen Bahnstromleitungen entlang der Bahntrassen wie die 110 kV-Leitungen Lichtenfels – Unterleiterbach und Lichtenfels – Ebersdorf.

2. Zudem wird der Landkreis Lichtenfels durch die „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ stark belastet. Enteignungen, Baulärm und -schmutz, Landschaftszerschneidung und Verkehrsbelastungen sind die Folgen.

Beeinträchtigt ist unser Raum insbesondere durch:

• Bau der BAB 73 zwischen Bamberg und Suhl (12 km Neubaustrecke)
• Neubau der B 289 zwischen Lichtenfels und Untersiemau (2,6 km)
• Bau der ICE-Neubaustrecke Nürnberg – Ebensfeld – Erfurt (11 km)
• Durch den 4-gleisigen Ausbau war eine 9 monatige Komplettsperrung der
Bahnstrecke Bad Staffelstein – Breitengüßbach bedingt.
• Zudem zeitgleich zur Bahnsperrung eine einstreifige Befahrbarkeit der BAB 73
mit dem Schienenersatzverkehr auf dieser Strecke. Staus und Unfälle waren
hier vorprogrammiert!
• Umleitungsverkehre durch kleine Ortschaften
• Verlust des ICE-Halts Lichtenfels ab 2018

3. Weitere Eingriffe ins Landschaftsbild und eine Umnutzung von landwirtschaftlichen Flächen wurden durch Maßnahmen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien getätigt. Die sind insbesondere

• Solarpark auf dem Jura (davon 23,2 ha im Landkreis Lichtenfels) und weitere
Flächen für Photovoltaikanlagen im Gottesgarten
• 8 Vorrangflächen für Windenergie (bereits errichtet bzw. genehmigt: 5 Anlagen
je 2,5 MW).

Durch die aufgeführten Maßnahmen liegt die Vermutung nahe, dass unsere Region bereits heute als sog. „vorbelasteter Raum“ gilt und damit als „Durchgangsraum“ für mögliche neue Trassen bevorzugt werden könnte. Dieser neuen „Raumkategorie“ erklären wir hiermit eine deutliche Absage. Neue Trassen mit neuen Masten erfordern zusätzliche ökologische Kompensationsmaßnahmen, die auch wieder in unserer Region stattfinden müssen. Dies hätte massive Folgen für künftige, die Weiterentwicklung der Region betreffende wichtigen Projekte, die ebenfalls Ausgleichsflächen benötigen würden.

Die Auswirklungen der Energiewende haben folglich maßgeblich unsere Region als Teil des ländlichen Raumes zu tragen, was in keinem Falle akzeptiert werden kann. Dies widerspricht zudem vielen Zielen und Grundsätzen des Landesentwicklungsprogrammes Bayern, dem Regionalplan Oberfranken-West sowie unserem Kreisentwicklungskonzept und dem Klimaschutzkonzept unserer Region.

Weitere Beeinträchtigung der Kultur- und Erholungslandschaft in der Gesundheitsregion Obermain und eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung durch Infrastrukturprojekte zur Umsetzung der Energiewende sind somit nicht zumutbar. Dies gilt in gleicher Weise für mögliche Erdverkabelungstrassen.

Abschließend werden die Netzbetreiber aufgefordert, die Konsultationsverfahren zu
Netzentwicklungsplänen und deren Entwürfen grundsätzlich den betroffenen Landkreisen rechtzeitig schriftlich mitzuteilen, die Fristen zur Äußerung darin exakt zu benennen sowie Internetlinks für die Fachplanung und die Abgabe der Stellungnahme anzugeben.
Der Landkreis Lichtenfels wird alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um eine
Realisierung der Trassen zu verhindern.“

Jetzt gilt es wachsam zu bleiben und die Möglichkeit zu weiteren Konsultation voraussichtlich Mitte 2017 wahrzunehmen. Dies umso mehr da im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplan als weitere Alternativen zur P 44 und zur P44mod noch folgende Trassenverläufe vorgeschlagen wurden:

Altenfeld-Remptendorf-Redwitz-Würgau-Ludersheim oder

Altenfeld-Remptendorf-Redwitz-Mechlenreuth

Diese Alternativen sind noch länger als die Alternative P44mod und erst recht abzulehnen.

Kontakt

Markt Marktgraitz
Marktplatz 13
96257 Marktgraitz
Tel.: 09574/204
Fax: 09574/650264
rathaus@marktgraitz.de
Hinweis zur elektronischen Kommunikation

Sprechzeiten:
Mo. 16.30 - 18.30
Do. 14.00 - 16.00
Fr. 9.30 - 11.30

Außendienst Marktgraitz:
Bauhof, Auweg 5
Müller Bernd
0157/37553257
Fischer Markus
0157/37553255

Veranstaltungskalender

Veranstaltungskalender

Geoportal

geoportal